“Gorillas” mit unschlagbarer Akrobatik

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Southside Battle, Tübingen 2013. Foto: Martin Schreier / schreier.co
Southside Battle, Tübingen 2013. Foto: Martin Schreier / schreier.co

 

VON MARTIN SCHREIER

TÜBINGEN. Hip-Hop, Electro-Funk und Break-Beats wummern durchs Französische Viertel. Der Southside Battle des Jugendgemeinderats Tübingen (JGR) erfreut sich auch in seiner fünften Auflage großer Beliebtheit. Siebzehn Crews sowie weitere Einzelkämpfer haben sich für den Breakdance-Wettkampf in der Panzerhalle angemeldet. Viele kommen aus den umliegenden Regionen, manche aber auch aus größerer Entfernung: »Licence to Chill« aus Italien, die »System Nervous Crew« aus Marokko oder die »Illusion Crew« aus Frankreich.

Die Wettkämpfe werden in zwei Kategorien ausgetragen: als Einzelwettkampf »Seven2smoke« und ein Gruppenwettkampf. Standen in den Vorjahren häufig »3 vs 3« auf dem Programm, entschieden sich die Macher dieses Mal für »5 vs 5«. Dabei treten jeweils zwei fünfköpfige Gruppen gegeneinander an. »Wir wollten etwas Abwechslung«, erklärt Thomas Reichle vom Jugendkulturbüro.

Frauen in der Minderheit

Eine dreiköpfige Jury entscheidet, welche Gruppe weiterkommt. Den Anfang macht die »Move Mafia« aus Böblingen gegen die »Gorilla Legion« aus Ulm. Jeder BBoy und jedes BGirl zeigen mit möglichst kreativen, akrobatischen Bewegungen, was sie können. Nach wenigen Minuten steht fest, die »Gorilla Legion« kommt weiter, die »Move Mafia« ist raus. Josefine Horbel von der Move Mafia ist eine der wenigen Frauen beim männerdominierten Battle. Natürlich sei es schade, so schnell rauszufliegen, »aber die andere Gruppe war ganz klar besser«.

Für Frauen sei Breakdance durchaus schwieriger als für Männer, weil bei denen der Körperschwerpunkt anders liegt und wegen des Kräfteunterschieds. »Es gibt aber BGirls, die da mithalten können«, so Horbel. Auch Ida Winter hat an dem akrobatischen Tanz Gefallen gefunden. Die 15-Jährige von den Tü-City- Breakers tanzt seit zwei Jahren Breakdance und nimmt zum ersten Mal als BGirl am Southside Battle teil. Früher habe sie Ballett und Hip-Hop getanzt. »Das war mir alles zu langweilig.«

Das Publikum geht begeistert mit. Gefällt den Zuschauern, was die Tänzer zeigen, strecken sie in der szeneüblichen Haltung ihre Hände. Moderator Aloun begleitet den Battle seit mehreren Jahren. »Ich freue mich immer, hier zu sein. Man wird hier immer mit viel Liebe empfangen.« Für die Organisatoren und Helfer vom Jungendgemeinderat und von Tübinger Jugendeinrichtungen steckt viel Arbeit in der Veranstaltung.

Wird es den Southside Battle trotz neu gewähltem Jugendgemeinderat auch im nächsten Jahr geben? Das kann Thomas Reichle nicht versprechen: »Das geht nur weiter, wenn die Neuen richtig Lust darauf haben.« Den Crew-Battle entschieden »Gorilla Legion« aus Ulm für sich vor »The Tribe« aus Karlsruhe. Im Seven2smoke setzte sich Smash Skillz durch. Zweiter wurde B-Run.

 

Referenz
Dieser Text erschien am 15.07.2013 in der Druck- und Onlineausgabe des Reutlinger General-Anzeigers (GEA). Auf gea.de erschien zusätzlich zum Text noch eine Bildstrecke.