Turngala Tübingen

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Von Martin Schreier

TÜBINGEN. Das hätten die alten Ägypter mal sehen sollen. Lauter kleine Pharaoen laufen, hüpfen und springen in der Haltung, die man von antiken Zeichnungen kennt, über die Bühne. Und natürlich bilden die Youngster vom TSV Eningen zum Abschluss ihrer Nummer auch noch zwei Menschen-Pyramiden. Fünf Wochen haben sie dafür trainiert, erzählt später der elfjährige Nick Slotnarin. “Wir sind stolz darauf, vor so großem Publikum auftreten zu dürfen”, sagt Beatrix Hummel, eine der drei beteiligten Trainerinnen.

Nicht weniger stolz präsentieren die Kinder vom TSV Lustnau ihr Opening. Mit Schwimmringen und Luftbalons verwandeln sie die Bühne in ein buntes Gewimmel. Während die Turngala des Schwäbischen und des Badischen Turnerbunds einen sportlichen Jahresabschluss bildet, gilt sie dem lokal ausrichtenden Turngau Achalm als Auftakt zum Jubiläumsjahr 2012. Dann feiert der Turngau Achalm sein 150-jähriges Bestehen. Ein Video zeigt Höhepunkte aus der Geschichte der Sportvereinigung.

Das große Kino startet anschließend mit drei Sportlerinnen des Schwäbischen und des Badischen Turnerbunds. Sie zeigen parallel auf drei Schwebebalken ihr Können. Ihre Eleganz wird von dem Krach einer Kettensäge abgelöst. Aber es ist kein Massaker, dass sich ankündigt, sondern eine der zahlreichen komödiantischen Einlagen des Co-Moderators Christoph Engels. Er jongliert mit einer Grapefruit, einer Gurke und der auf Hochtouren laufenden Kettensäge und versteht es das Publikum mit einzubinden.

Stimmungsvolle Momente steuern Kathrin Schad, Claudia Trickes und Tristan Kriner bei. Während die beiden Deutschen Meisterinnen mit dem Rhönrad die Bühne bespielen, begleitet sie Kriner live am Flügel unter anderem mit der Forrest-Gump-Titelmusik.

Bei Maxim Krigers “Rola Rola” halten die Zuschauer den Atem an. Auf ein kleines Tischchen stapelt er nach und nach Rollen und Bretter und beweist unterdessen auf einem Bein seinen Gleichgewichtssinn auf dem labilen Untergrund.

Wie jedes Jahr ist das Programm der Turngala gespickt mit sportlich-künstlerischen Höhepunkten. Dieses Mal kämpft Tarzan auf einem Trampolin mit einem Gorilla um seine Jane, Sportakrobatinnen bilden mit Kombinationen aus Kopfstand und Spagat unglaubliche Figuren, Breakdancer treffen auf Rhönradfahrer. Besonders faszinierend ist die Körperbeherrschung des Ukrainers Sergey Timofeev. Wie in Zeitlupe bildet sein Körper unterschiedlichste Figuren – und das im permanentem Handstand zum Teil auf nur einer Hand.

Ausgerechnet die letzte Showeinlage, das Hoop Diving der als Weltklasse-Artisten angekündigten Zunyi Acrobatic Troupe gerät unfreiwillig zur Clown-Nummer. Ein ums andere Mal stoßen die chinesischen Athleten die aufgestellten Ringe um, durch die sie per Hechtsprung, Salto oder aufrecht hindurch springen. Doch das Publikum stört sich offenbar kaum daran und spendet bei den gelungenen Sprüngen um so mehr Applaus. Für Freude beim Turngau Achalm sorgt die Spende der Sparda-Bank Baden-Württemberg über 15 000 Euro für die Kinderturnstiftung.

 

Referenz
Der Text erschien am 30.12.2011 in der Druckausgabe des Reutlinger General-Anzeigers (GEA) zusammen mit ausgewählten Fotos. Die vollständige Bildstrecke samt Text erschien zudem auf gea.de