Monstertruckshow: Artistisch bis martialisch

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Von Martin Schreier

TÜBINGEN. Weiße Rauchwolken zischen hinter durchdrehenden Wagenreifen hervor. Motoren heulen auf. Musik hämmert aus den Boxen. Die Monstertruckshow auf dem Tübinger Festplatz hatte am Samstag alles, was die Herzen von Motorsportfreunden höher schlagen lässt.

Doch bis es so weit war, musste Veranstalter, Jacky Roselly, nach eigenen Angaben eine Behörden-Ralley absolvieren. Auflagen, Zertifikate, Nachweise musste er vorweisen. In keiner anderen Stadt sei das Genehmigungsverfahren so schwierig gewesen.

Der Chef des Tübinger Ordnungsamtes, Rainer Kaltenmark, meint: “Hätte ich Nein gesagt, hätte ich fünf Minuten Ärger gehabt. So waren es ein paar Tage.” Zwar hatte er über die Platzvergabe zu entscheiden. Aber andere Behörden, wie Landratsamt und Polizei, hatten offenbar auch ein Auge darauf.

Doch als die Show mit vierzig Minuten Verspätung losging, verfolgten geschätzte 500 Zuschauer gebannt die teils artistischen, teils martialischen Einlagen.

Zu sehen gab’s unter anderem Synchronfahren zweier Autos auf zwei Rädern, Motorradweitsprünge über mehrere liegende Menschen oder durch einen brennenden Ring, Autoüberschläge und natürlich das Highlight der Show, das Plattfahren von schrottreifen Altfahrzeugen mit den Monstertrucks.

Wie Jacky Roselly berichtet, ist seine Familie schon seit drei Generationen im Showgeschäft. Der ganze Stolz des Roselly-Clans liegt auf dem Bluegreen Stomper, einem Monstertruck mit Methanol saufendem Rennmotor und 1 800 PS. Er wurde eigens aus den USA eingeführt. Um das vier Meter breite und fünf Meter lange Ungetüm von einer Show zur nächsten zu bekommen, werden seine riesigen Räder durch kleinere ausgetauscht. Dann wird aus dem plattmachenden Monstertruck ein auf zwei Meter schmalgeschrumpfter, transportfähiger Wagen.

 

Referenz
Dieser Text erschien am 10.10.2010 in der Druckausgabe des Reutlinger General-Anzeigers (GEA) sowie auf gea.de.